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Navigation III 3 von 3      1  2  3 
Bereits bei der Planung des Törns, also bereits weit im Vorfeld ist es notwendig Informationen über das zu befahrende Seegebiet zu besorgen, so daß bei Antritt der Fahrt alle notwendigen Unterlagen an Bord sind. Ist es in Deutschland recht unproblematisch die benötigten Unterlagen zu erwerben, kann es im Ausland fast unmöglich sein, diese zu bekommen. Diese Unterlagen sind Seekarten, Gezeitentafeln, Unterlagen über die Strömungsverhältnisse, Unterlagen zu den Häfen, Gesetzliche Bestimmungen. In fremden Revieren empfiehlt es sich auf Erfahrungen anderer zurückzugreifen, sei es durch Gespräche mit erfahrenen Skippern oder durch Literatur.
Begint vor Ort die Planung der nächsten Etappe so sollte vor der Navigation in unbekannten Revieren das Gespräch mit dem Hafenmeister oder einem erfahrenen Skipper stehen, der auf die Besonderheiten des Revieres aufmerksam machen kann. Welche lokalen Einschränkungen durch Gesetze sind vorhanden, z.B. Naturschutzgebiete oder ähnliches.
Dann beginnt die Kartenarbeit. Ist eine größere Strecke zu überwinden, so können Umwege in kauf genommen werden, wenn sie dazu führen, daß die Position zwischenzeitlich erneut festlgelegt werden kann. Ein Beispiel wäre das Ansteuern einer Tonne auf halben Weg. Eine Strecke kann in mehrere Einzelstrecken zerlegt werden und für jede dieser Strecken wird eine eigene Navigation erstellt.
Ist die Kurslinie(n) in der Karte eingetragen, wird der rechtweisende Kurs aus der Karte entnommen. (Kursdreieck - Spitze nach unten an die Kurslinie anlegen, auf den Meridian verschieben, rwK ablesen. Festlegen welche der beiden Kurszahlen die richtige ist.) Dann wird dieser rwK in den Magnetkompasskurs umgewandelt nach dem gesteuert wird. Eigentlich ist es notwendig zwei weitere Faktoren zu berücksichtigen. Die Abdrift durch Wind oder Strömung. Sowohl der Wind als auch fast immer vorhandene Strömungen im Wasser versetzen unser Schiff gegenüber dem geplantem Kurs. Das Einrechnen dieser Faktoren ist jedoch für die SBF - Prüfung nicht notwendig aber die Kenntniss, daß diese Faktoren unseren Kurs verändern.

MgK
Abl


mwK
Mw
rwK
Haben wir auf unserem Weg eine Tonne zu passieren, so ist es wichtig zu wissen, wann wir diese Tonne erreichen. Hierfür benötigen wir Informationen über die Entfernung und unsere Geschwindigkeit. Die Entfernung (Distanz) wird mit der Hilfe des Navigationszirkel an der rechten oder linken Seite der Seekarte abgenommen. Die Geschwindigkeit entnehmen wir der Logge des Schiffes. Über die Formel:
Zeit (Min) =

Distanz (sm) x 60


Fahrt (sm/h)
wird nun die Fahrzeit ermittelt. Ist diese bekannt, so kann eine Ankunftszeit am geplanten Ziel errechnet werden. Gehen wir an einem vorbestimmten Punkt auf den Kurs, so tragen wir an diesem Punkt die aktuelle Uhrzeit ein. Erreichen wir den zweiten Punkt, können wir dort die wirkliche Geschwindigkeit aufgrund der Distanz und der abgelaufenen Zeit ermitteln und mit dieser wahren Geschwindigkeit weiterrechnen.
Fahrt (sm/h) =

Distanz (sm) x 60


Zeit (Min)
Weiterhin können wir beim erreichen der Tonne kontrollieren, ob wir durch Strömung und Wind versetzt werden, dadurch das wir kontrollieren, ob wir die Tonne wirklich genau treffen. Auf langen Strecken kann eine kleine Ungenauigkeit einen sehr großen Versatz bedeuten. Bei einer Steuerungenauigkeit von 1° kann bei einer Atlantiküberquerung das Ziel um einige hundert km verfehlt werden. Es ist also unverzichtbar jede Möglichkeit zu nutzen um die genaue Position zu bestimmen. In der klassischen Navigation peilen wir daher alle bekannten Punkte an und errechnen dadurch unsere Position. Dieses Peilen erfolgt durch den Peilkompass. Wir peilen einen bekannten Punkt (Tonne, Leuchtturm o.ä.) an und ermitteln die Magnetkompasspeilung von unserem Boot aus. Diese Peilung wandeln wir über die Formel:
Mg
Abl
mw
Mw
rw
in eine rechtweisende Peilung um, die in die Karte eingezeichnet werden kann. Mit einer Peilung haben wir eine Standlinie in der Karte die mitteilt, das das Schiff sich irgendwo auf dieser Linie befindet. Peilen wir nun ein zweites bekanntes festes Objekt und bekommen eine zweite Standlinie, so können wir unsere genau Position an der Kreuzung dieser zwei Linien festlegen.Bekannte Positionen werden mit der Uhrzeit in die Karte eingetragen. Bei jeder Festlegung einer ermittelten Position können wir Informationen über die Abdrift bekommen und diese Informationen in den weiteren Kurs mit einfliessen lassen. Peilungen in der Nacht werden mit der Hilfe der Leuchtfeuer durchgeführt.
Kann ich keine Peilungen mehr durchführen, da keine bekannten Objekte zur Peilung zur Verfügung stehen, so wird eine eventuelle Position durch koppeln ermittelt. Es wird aufgrund der Geschwindigkeit, der gefahrenen Zeit und der gefahrenen Richtung die derzeitige Position errechnet. Der rechtweisende Kurs wird aus dem MgK errechnet:

MgK
Abl


mwK
Mw
rwK
Von der letzten bekannten Position wird nun eine Kurslinie in die Karte eingetragen. Das Kursdreieck, spitze nach unten, wird am Meridian mit der entsprechenden Gradzahl angelegt und dann auf den letzten bekannten Punkt verschoben. Die Kurslinie wird eingezeichnet. Dann wird die Distanz errechnet
Distanz (sm) =

Fahrt (sm/h) x Zeit (h)

Die Distanz wird nun mit dem Zirkel am Rand abgemessen und auf die Kurslinie übertragen.
Warum werden diese Peilungen und Koppelungen im Zeitalter von GPS, Decca und Loran noch durchgeführt.
Elektronik an Bord hat nur den Zweck im Gefahrfall auszufallen! Verlassen Sie sich niemals auf die elektronische Navigation. Die elektronische Navigation kann ausschließlich eine weitere Unterstützung bei der Kontrolle der Navigation sein. Haben Sie eine Position durch Peilung oder Koppeln ermittelt, so kann die Position sehr gut mit dem GPS kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden.
Der Koppelort ist der aus Kursen und Distanzen, unter Berücksichtigung aller vorhersehbaren Einflüsse einschließlich Strömung und Wind, errechnete Schiffsort.
In deutschen Seekarten werden die Tiefen in Meter und Dezimeter angegeben.
Unter Windversetzung versteht man die Abdrift des Schiffes nach Richtung und Distanz durch den Wind.
In den Gezeitentafeln finden Sie für einen bestimmten Ort Angaben über Hoch- und Niedrigwasserzwiten und den Tidenhub

 
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